Literatur - Mobile Commerce
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Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Autoren: Christian Fox

Quelle: CYbiz Mai 2003, S. 32-33.

Seitdem der Durchbruch des Mobiltelefons als treuer Begleiter in allen Lebenslagen besiegelt ist, entdecken auch Werbetreibende das Medium für ihre Zwecke. Von einer Killerapplikation ist Mobile Marketing allerdings noch weit entfernt. I-Mode, Multimedia Messaging und nicht zuletzt UMTS eröffnen neue Potenziale.

Zur Zeit herrscht in Deutschland ein SMS-Boom. Allein im letzten Jahr wurden mehr als 23,6 Milliarden Kurznachrichten in innerdeutschen Mobilfunknetzen verschickt. Somit können Werbetreibende mit SMS-basierten Mobile-Marketing-Kampagnen nahezu alle Handy-Nutzer erreichen. Zur Zeit etablieren sich auch die Technologien der neueren Generation wie I-Mode, Multimedia-Messaging (MMS) und Java-Spiele. Auch UMTS, der Mobilfunkstandard der dritten Generation, ist nicht mehr weit entfernt.

Auch wenn diese Technologien die Schwelle zum Massenmarkt heute noch längst nicht überschritten haben, so bieten sie zukünftig Potenzial für die Umsetzung mobiler Marketing-Kampagnen. Zielgruppenspezifische Kampagnen lassen sich wie folgt unterscheiden

  • Push-Kampagnen: Direktansprache von Konsumenten, die ihr Einverständnis erteilt haben, auf Basis einer Profildatenbank,
  • Pull-Pampagnen: Im Rahmen von Multikanal-Kampagnen, zum Beispiel über Produktverpackungen, Printmedien, Radio oder Fernsehen, werden Konsumenten zur Teilnahme an einem SMS-basierten Spiel aufgefordert,
  • Mobile Coupons: Ähnlich wie bei einem Rabattmarkensystem erhalten Konsumenten SMS-Nachrichten, mit denen sie verbilligt einkaufen können,
  • Interaktive TV-Formate: Fernsehzuschauer werden aufgefordert, sich per SMS in eine Sendung, zum Beispiel, eine Game-Show, einzubringen.

Wichtig bei allen Formen ist, dass der Unterhaltungsfaktor stimmen muss. Auf dem Handy, dem persönlichsten Medium überhaupt, muss sehr genau überlegt werden, wie man die spezifische Zielgruppe gut unterhält. Nur unter dieser Voraussetzung wird auch der Werbetreibende und seine Marke in guter Erinnerung bleiben. Die hochwertigen Inhalte sollen über Werbung finanziert werden.

Wie eine solche Werbefinanzierung aussehen könnte, wird derzeit in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) finanzierten Projekt an der Universität Regensburg untersucht. Weitere Beteiligte sind die Unternehmen 12snap und Lucent-Technologies.

Wie konkret Visionen werden können, zeigte das vergangene Weihnachtsgeschäft. Der Markenretailer verschickte über den Mobile-Marketing-Dienstleister Mindmatics SMS-Coupons im Wert von jeweils fünf Euro. Diese Gutscheine in Form einer codierten Handy-Bildmitteilung konnten bundesweit in vielen S.Oliver-Geschäften eingelöst werden. Bei der Einlösung stand ein entsprechender Handy-Scanner bereit.

Einen Schritt weiter geht nun 12snap: Das Unternehmen verwendet einen Barcode, der netzübergreifend und unabhängig vom verwendeten Mobiltelefon auf jedem Display dargestellt werden und von handelsüblichen Scannersystemen gelesen werden kann.

Auch wenn die Entwicklung des Marktes und der Technologie nicht optimal verlaufen sind, so zeigen doch die bereits erzielten Erfolge und die aktuellen Entwicklungen, welches Potenzial in Mobile Marketing noch steckt.